Portrait der Schweizerischen Physikalischen Gesellschaft

Generelles

Die SPG fördert den Wissensaustausch unter Physikerinnen und Physikern durch die Organisation von Konferenzen und der Teilnahme an wissenschaftlichen Veranstaltungen, sowie der Herausgabe einer eigenen Mitgliederzeitschrift SPG Mitteilungen und eines monatlichen SPS Newsletters, der elektronisch verschickt wird. Das Hauptanliegen der SPG ist, allen an Physik Interessierten den Zugang zum aktuellen Stand der Wissenschaft zu ermöglichen und sich mit Experten auszutauschen. Dabei stellt sie auch Entscheidungsträgern in Politik und Wirtschaft des Forschungsstandorts Schweiz die Expertise ihrer Mitglieder und der SPG Gremien zu physikalischen Fragestellungen zur Verfügung. Besonderes Augenmerk gilt der fachlichen Förderung von Gymnasialschülern, Studenten, Nachwuchswissenschaftlern, sowie Physiklehrern aller Stufen. Damit die SPG als gemeinnützige Standesorganisation ihre anspruchsvollen Tätigkeitsfelder erfüllen kann, ermuntert sie alle an Physik interessierten Personen im In- und Ausland zur persönlichen Mitgliedschaft.

Tätigkeitsfelder der SPG-Mitglieder

Die Arbeitsgebiete der SPG-Mitglieder sind vielfältig und erstrecken sich über breite Gebiete der Privatindustrie und des öffentlichen Dienstes von der reinen Forschung bis hin zur Entwicklung von Industrieprodukten, sowie auf Tätigkeiten in gymnasialen Lehrberufen und Unterrichten auf universitärer Stufe. Die Abdeckung des gesamten Tätigkeitspektrums durch Physiker ist für die Schweiz als hochentwickelter Industrienation von hoher Bedeutung, nicht zuletzt um ihre Konkurrenzfähigkeit zu erhalten. Das beginnt mit der an den Universitäten und an Forschungszentren wie PSI und CERN durchgeführten Grundlagenforschung, setzt sich fort mit der an beiden ETHs und an Technologiezentren wie EMPA, CSEM und Fachhochschulen betriebenen Angewandten Physik und mündet in die Produkt– und Prozessentwicklungsaktivitäten von Start-Ups, KMUs und der Grossindustrie. Wegen der zunehmenden Komplexität neuer Technologien wird immer mehr der Einsatz von Physikern in der Medizin und in den Produktionsprozessen der Industrie gefordert.

SPG Fachsektionen

Der Grossteil der Schweizer Physiker findet sein Arbeitsfeld in einer der SPG-Fachsektionen vertreten, die folgende Gebiete abdecken: Physik der kondensierten Materie; Angewandte Physik; Kern-, Teilchen- und Astrophysik; Theoretische Physik; Physik in der Industrie; Atomphysik und Quantenoptik; Physikausbildung und -förderung; Geschichte der Physik; Physik der Erde, Atmosphäre und Umwelt; sowie Biophysik, Weiche Materie und Medizinische Physik.

SPG Medien

Die offiziellen Mitteilungsorgane der SPG sind seit 1997 die mittlerweile dreimal im Jahr erscheinenden SPG Mitteilungen, sowie der elektronisch verbreitete SPS Newsletter, der 2017 eingeführt wurde. Der SPS Newsletter informiert regelmässig über aktuelle Ereignisse aus der Welt der Physik, während die SPG Mitteilungen als Mitgliederzeitschrift über SPG-Interna und die Jahrestagung berichten, sowie wissenschaftliche Artikel verschiedener Serien publizieren. Dabei steht an erster Stelle die Reihe Fortschritte in der Physik, die seit 2007 Ergebnisse aus aktueller Forschung in der Schweiz schildert. In der Serie Meilensteine der Physik erläutern Zeitzeugen ihre früheren Forschungsschwerpunkte, die weltweit für Aufsehen und Anerkennung sorgten. Auf ebenfalls sehr hohe Resonanz bei unseren Mitgliedern stossen die Beiträge zu den Serien Geschichte der Physik, Physik und Gesellschaft, Physik Anekdoten, Nobelpreise, Physiker in der Industrie sowie die erweiterten Abstracts der Plenarvorträge unserer Jahrestagungen. Beiträge aus der aktuellen Forschung werden in der Regel in Englisch publiziert, während Artikel mit Bezug zur Physik in einer der Landessprachen oder in Englisch verfasst werden können.
Da die SPG als reine Milizorganisation aus Kostengründen keine externen Gutachter für die fachliche Bewertung beschäftigen kann, erscheinen alle Artikel nur auf Empfehlung von Vorstandsmitgliedern, die als etablierte Physikerinnen und Physiker ihre Erfahrung so direkt mit einbringen.

Nachwuchspflege

Ein zentrales Anliegen ist die Nachwuchsförderung: Die SPG würdigt Spitzenleistungen von jungen Physikerinnen und Physikern durch die alljährliche Verleihung der SPG Preise, die mit je CHF 5000.- dotiert sind. Die Preise werden verliehen für die Kategorien Allgemeine Physik (Sponsor: ABB), Physik der kondensierten Materie (Sponsor: IBM), Angewandte Physik (Sponsor: Oerlikon Surface Solutions), Metrologie (Sponsor: METAS) und Computergestützte Physik (Sponsor: COMSOL).
Die SPG engagiert sich in Fragen der physikalischen Ausbildung auf allen Stufen und intensiviert über eine eigene Fachsektion Physikausbildung und -förderung die Kontakte zu Schulen und Öffentlichkeit. Sie unterstützt ideell und finanziell Aktivitäten von Schweizer Jugend forscht und vergibt einen Nachwuchsförderpreis für die beiden besten Absolventen der jährlichen Schweizerischen Physik Olympiade. Die SPG und der Verein Schweizerischer Mathematik- und Physiklehrer (VSMP) verfolgen gemeinsame Ziele in der Nachwuchspflege, und die SPG bietet zusätzlich eine Plattform zu Veranstaltungen an Universitäten und Forschungszentren, die Lehrer und Schüler direkt ansprechen. Um die Zusammenarbeit mit dem VSMP zu bestärken, wird die Doppelmitgliedschaft für SPG und VSMP zu einem vergünstigten Tarif angeboten.

Zusammenarbeit mit Fachgesellschaften

Die SPG sucht bewusst die Kooperation mit lokalen Physikgesellschaften. Beispielsweise wird zusammen mit der Physikalischen Gesellschaft Zürich (PGZ) regelmässig ein Symposium zum Thema Careers in Physics angeboten, das bei Studenten in höheren Semestern grosse Resonanz findet. Ebenso werden gemeinsam mit der PGZ periodisch Symposien zu aktuellen Themen oder Jubiläen wie Allgemeine Relativitätstheorie, 150 Jahre Maxwellgleichungen oder den 250.Geburtstag von Joseph Fourier durchgeführt.

Wechselwirkung mit Akademien und politischen Institutionen

Die SPG ist Mitglied der Akademien SCNAT und SATW. Über beide Akademien wird auch die Verbindung zum Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation SBFI hergestellt. Während die SCNAT hauptsächlich die Belange der in der Grundlagenforschung tätigen Physiker abdeckt und die Verbindungen zu anderen Naturwissenschaften fördert, finden Industriephysiker gute Möglichkeiten der Vernetzung bei der SATW. Daneben bieten beide Akademien die Finanzierung kleinerer Projekte an, wenn sie im Interessengebiet der Akademie liegen, wie z.B. bei der Nachwuchspflege. Da eine der Hauptaufgaben der SATW die Früherkennung von für die Schweiz wichtigen Technologiefeldern ist, kann die SPG durch Aufzeigen von Forschungsergebnissen mit erkennbarem Anwendungspotential sich in diesen Prozess mit einbringen. Ein erster Hinweis, dass Quantum Computing für die Schweiz auch industriell ein hochinteressantes Betätigungsfeld werden kann, wurde von SBFI und SATW sehr positiv beurteilt. Weiter kann die SPG wichtige Hinweise über Start-up Firmen liefern, und sie kann technische Fragestellungen von Firmen beantworten, wenn physikalische Abklärungen erforderlich werden.

Austausch mit Dachverbänden der Physik und Partnergesellschaften

Die SPG ist Mitglied der Europäischen Physikalischen Gesellschaft (EPS), bei der sich regelmässig SPG Mitglieder in Vorstandsfunktionen einbringen, um damit auch Einfluss auf internationale Entscheide zu nehmen. Aufgrund dieser "Kollektivmitgliedschaft" erhalten die SPG Mitglieder automatisch auch die EPS Mitgliederzeitschrift Europhysics News. Die SPG hat mit der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG), der Österreichischen Physikalischen Gesellschaft (ÖPG) sowie der American Physical Society (APS) jeweils Vereinbarungen, welche für Doppelmitglieder u.a. zu vergünstigten Jahresbeiträgen führen. Mit der ÖPG werden ausserdem seit 2009 alle zwei Jahre gemeinsame Jahrestagungen durchgeführt, abwechselnd in Österreich oder in der Schweiz. Beide Gesellschaften sind fachlich sehr ähnlich organisiert und haben etwa die gleiche Anzahl an Mitgliedern, so dass der Meinungsaustausch auf gleicher Augenhöhe und somit sehr effizient gestaltet werden kann. Um auch den Austausch Richtung Westen weiter zu fördern, wurde zusammen mit der Französischen Physikalischen Gesellschaft (SFP) 2016 der Charpak-Ritz Preis etabliert, welcher für hervorragende Leistungen von Physikern in der Schweiz und in Frankreich abwechselnd von der SPG und der SFP verliehen wird. International ist die SPG in der International Union of Pure and Applied Physics (IUPAP) eingebunden, in der durch Vermittlung der SPG renommierte Schweizer Physiker regelmässig hohe Positionen in den entsprechenden Gremien der IUPAP einnehmen.